Die Arbeit in der Schuleingangsphase

 

Wir unterrichten jahrgangsgemischt

Die Entwicklungsunterschiede der gleichaltrigen Einschulungskinder können laut Expertenuntersuchungen bis zu drei Jahren ausmachen.
Bislang versuchten wir, durch differenziertes Arbeiten während der Wochenplan-, Stations- und Werkstattarbeit jedes Kind individuell zu fördern. Aber auch diese Methoden haben ihre Grenzen. Starke Schüler werden ausgebremst oder Schüler mit Lernschwierigkeiten müssen ihre gewohnte Lernumgebung verlassen (Schuljahre wiederholen).

Durch das Prinzip des jahrgangsgemischten Unterrichts, bei dem es vor allem um individuelle Förderung des Einzelnen geht, lernen und profitieren die Kinder voneinander. Manche Kinder sind weiter, schneller oder langsamer als andere. Wir können nicht zum gleichen Zeitpunkt von allen das Gleiche verlangen.

Der Unterschied von jahrgangsgemischten Unterricht und homogenen Lernen

  • Die Lehrkraft ist noch mehr Begleiter und Berater des Lernenden.
  • Jedes Kind arbeitet eigenverantwortlich und selbständig an seinem Arbeitsplan.
  • Jedes Kind entscheidet weitgehend selbst, wann es ein Thema verstanden hat und eine Lernkontrolle schreibt.
  • In der Lernumgebung gibt es Angebote für stärkere und schwächere Schüler. Sie ist abwechslungsreicher und wird somit den Lernansprüchen des Einzelnen gerechter.
  • Die Verweildauer in der Eingangsphase kann zwischen ein bis drei Jahren liegen (keine Klassenwiederholung).

Es liegt nicht an den Kindern, den Normen der Schule zu entsprechen, es ist die Aufgabe der Schule, der Verschiedenheit der Kinder Rechnung zu tragen.

(Freinet, 1896-1966)

 

Die Vorteile des jahrgangsgemischten Unterrichts

 

  • Die Kinder lernen zunehmend Eigenverantwortung zu tragen und mehr Selbständigkeit; beides sind wichtige Voraussetzungen für den weiteren Lebensweg.
  • Kinder lernen mehr, weil sie mit älteren mitlernen, von ihnen lernen oder ihre Fähigkeiten durch das Erklären festigen; das Helferprinzip hilft beiden Altersgruppen - helfen und sich helfen lassen.
  • In altergemischten Gruppen ist es leichter, die Verschiedenheit der Kinder zu akzeptieren.
  • Kinder messen sich an ihren persönlichen Lernfortschritten.
  • Kinder dürfen ihre individuelle Lernzeit nutzen.
  • Begabte Kinder werden zu Experten.
  • Die Kinder entwickeln soziale Kompetenzen in den Bereichen Teamfähigkeiten, Hilfsbereitschaft, Kommunikation, Umgang mit Konflikten, Respekt gegenüber anderen, Toleranz usw.

Die Säulen der Jahrgangsmischung an der Ganztagsschule "Johannes Gutenberg"

 

  • Stammgruppen in der Jahrgangsmischung 1/2
  • Lesenlernen nach dem Prinzip: "Lesen durch Schreiben" von Dr. Jürgen Reichen
  • Rechnen lernen über Würfelbilder
  • Arbeit an Themenwochen.
  • Werkstattarbeit und Projekte.
  • Selbständiges Lernen mit dem Arbeitsplan

 

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